Rezension | No. 9677 oder wie mein Vater an fünf Kinder von sechs Frauen kam


No. 5677 oder wie mein Vater an fünf Kinder von sechs Frauen kam | Natasha Friend | Magellan | HC | 336 Seiten | 17,00 € | ✼✼✼✼✼

Klappentext
Wer braucht schon einen Vater? Sie sicher nicht, davon ist Hollis fest überzeugt - bis ihr Halbbruder Milo in ihr Leben tritt. Denn er will ihren gemeinsamen Vater finden und braucht Hollis' Hilfe. Aber warum sollte sie bei dieser Schnapsidee mitmachen? Immerhin kennt sie Milo kaum, mal ganz zu schweigen von dem "Vater", der sie in einem Reagenzglas gezeugt hat. Einem Mann, dessen Namen sie nicht einmal weiß. Und das ist auch verdammt gut so. Richtig abgefahren aber wird es, als Milo herausfindet, dass sie nicht die einzigen Kinder von Samenspender No. 9677 sind. Widerwillig lässt sich Holz auf die Spurensuche ein - und stellt fest: Familie ist das, was man daraus macht.

Meine Meinung:
Oh man... Diese Buch! DIESES Buch! No. 9677 oder wie mein Vater an fünf Kinder von sechs Frauen kam hat einfach alles. Ich habe gelacht, bis ich nicht mehr konnte, mir kamen die Tränen. Die ganze Zeit über lebt das Buch von einem einzigartigen Humor, Anspielungen auf andere Bücher und genau der richtigen Mischung aus Freundschaft, Familie, Liebe, Abenteuer, Selbstfindung, ...
Die Charaktere sind dabei ebenfalls etwas ganz besonderes. Angefangen bei Hollis, die eine etwas störrische Person ist, die sich schon mit so vielen Themen in ihrem kurzen Leben auseinander setzen musste: Sie ist die Tochter zweier Frauen, von denen die eine gestorben ist. Das war vor sieben Jahren und ihre andere Mutter ist bis heute nicht über diesen Verlust hinweg. Zudem hat sie keinen richtigen Freundeskreis, ist eher eine Außenseiterin. So kommt es, dass sie schon früh mit allen möglichen Vorurteilen konfrontiert wurde. Hollis kompensiert das alles v.a. mit einem zeitweise ziemlich schwarzen Humor und das macht sie in meinen Augen zu einer sehr starken Protagonistin. Milo hingegen, ihr Halbbruder, hat zwar auch ein wenig das Problem eine Außenseiterrolle zu tragen, da er ebenfalls das Kind zweier Frauen ist, bei ihm kommt aber v.a. dazu, dass er gegen so ziemlich alles allergisch ist, wogegen man allergisch sein kann. Deswegen fühl er sich von einer seiner Mütter (die häufig eine ziemliche Helikopter-Mutter ist) oft eingesperrt. Er ist nicht gerade selbstbewusst und profitiert vom Charakter seiner Schwester ungemein, als die beiden sich so richtig kennenlernen. Trotzdem würde ich nicht auf die Idee kommen zu sagen, dass ich ihn weinerlich oder so finde. Er versucht immer wieder über seinen Schatten zu springen und das gepaart mit einem tollen Humor, macht ihn sehr liebenswert. Wie schon aus dem Klappentext und dem Titel erkennbar ist, gibt es noch mehr Geschwister, die ich allerdings nicht zu den Protagonisten zählen würde. Stattdessen möchte ich noch auf einen weiteren halb Protagonisten, halb Nebencharakter eingehen: JJ. JJ ist einfach mal der coolste. Er hat steinreiche Eltern aus dem Film-Business und das ist nur einer der Gründe, weshalb Milo nicht versteht, weshalb sich der Neue ausgerechnet mit ihm abgibt. Schnell merkt er jedoch, dass unter der locker-lässigen Fassade viel mehr steckt. Auch Hollis schafft er aus ihrem Schneckenhaus zu holen und das, obwohl er eigentlich genug eigene Sorgen hat. Er ist charmant, liebenswürdig, witzig, ... Bei ihm hatte ich einfach ein Dauergrinsen im Gesicht. Also wäre JJ ein wenig älter und real... :D Auf jeden Fall wäre ich sehr für ein Sequel mit ihm in der Hauptrolle, denn seine Geschichte ist definitiv noch nicht ausführlich genug erzählt!
Zudem ist dieses Buch das erste seit - ich weiß nicht wann - das ich tatsächlich an einem Stück ohne eine einzige Unterbrechung gelesen habe. Ich denke, das spricht auch ein Stück für sich.
Fazit
No. 9677 besticht durch unglaublich vielseitige, tolle Charaktere und einen Humor, der sich durch das gesamte Buch zieht ohne es je ins Lächerliche zu ziehen. Was mich besonders an dem Buch (über das andere hinaus) begeistert, ist die Themenvielfalt: Samenspender-Kinder und eine damit verbundene Identitätskrise, Homosexualität, Krankheit, die Suche nach sich selbst und der eigenen Geschichte, ...
Und noch ein abschließender Satz: Können wir alle noch einmal bewundern, wie wunderschön das Cover ist und die dazu passende Seitengestaltung im gesamten Buch?

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