Rezension | Die Mitte der Welt


Die Mitte der Welt | Andreas Steinhöfel | Carlsen Verlag | HC | 472 Seiten | 19,99€ | ✼✼✼

Klappentext
Was immer ein normales Leben auch sein mag – der 17-jährige Phil hat es nie kennengelernt. Denn so ungewöhnlich wie das alte Haus ist, in dem er lebt, so ungewöhnlich sind auch die Menschen, die dort ein- und ausgehen – seine chaotische Mutter Glass, seine verschlossene Zwillingsschwester Dianne und all die anderen. Und dann ist da noch Nicolas, der Unerreichbare, in den Phil sich unsterblich verliebt.


Meine Meinung:
Die Mitte der Welt war ein Buch, dass schon recht lange auf meiner Agenda an Büchern stand, die ich mir vielleicht einmal näher anschauen sollte. Als dann diese schöne Jubiläumsausgabe herauskam, musste ich die Chance einfach nutzen. Leider konnte mich das Buch am Ende nicht so überzeugen, wie ich es mir erhofft hätte.
Ich glaube tatsächlich, das mein größtes Problem der Autor ist. Andreas Steinhöfel ist mit Sicherheit zu recht ein gefeierter Autor, denn seine Geschichten besprechen häufig Themen, die angesprochen werden sollten, es aber nicht allzu oft werden, oder nur auf oberflächlichere Weise. Auch Die Mitte der Welt macht da keine Ausnahme. Aber irgendwie komme ich trotz dessen einfach nicht an seine Bücher heran. Sein Schreibstil fühlt sich für mich häufig sehr zäh und langwierig an und auch, wenn seine Bücher natürlich von Natur aus keine spannungsgeladenen Geschichten enthalten und ich auch gar nicht mit dieser Erwartung daran gehe, würde ich mir doch einfach weniger Längen wünschen.
Zum Inhalt kann ich sagen, dass ich immer wieder Probleme hatte, mich in die Charaktere hineinzuversetzen. Sie handeln häufig lange Zeit gar nicht und dann mit einem mal impulsiv, sind ständig unehrlich zueinander und einfach... Ich weiß auch nicht. Ich erwarte ja gar nicht von Buchfiguren, dass ich sie alle sympathisch finden muss, oder Identifikationspotential in ihnen sehen kann, aber zumindest ihre Handlungen möchte ich doch in Grundzügen nachvollziehen können.
Was mir wiederum sehr gut gefallen hat, war die Art, mit der Themen wie Homo- und Bisexualität behandelt wurden, aber auch zum Beispiel Teenagerschwangerschaft, Tod und Selbstfindung. Zum Einen wurde aus meiner Sicht nie überdramatisiert, aber auch nichts verharmlost und beschönigt. Probleme, die damit einhergehen wurden behandelt und (zumindest soweit möglich) gelöst. Das hat für mich die Qualität des Buches ein ganzes Stück nach oben gedrückt.
Fazit
Leider konnte mich Die Mitte der Welt nicht wirklich überzeugen. Wie gesagt, gibt es aber wirklicht mehrere Gründe, weshalb ich verstehen kann, wenn andere es lieben. Mir persönlich waren Schreibstil und Charaktere einfach nicht genug, die behandelten Themen wiederum wurden wirklich gut umgesetzt.

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Andere Meinungen zu diesem Buch
Astrolibrium | Lesepunkte | Buchwurm

Vielen Dank an den Carlsen Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Kommentare

  1. Huhu :)

    mir hat das Buch leider ja auch nicht so gut gefallen wie erhofft :(


    Liebe Grüße

    Mella

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    1. Das kann ich total verstehen, Mella... Ist echt schade, aber wie gesagt, ich komme auch einfach nicht so ganz mit dem Autor klar... Na ja, aber vielleicht findet man ja irgendwann doch etwas, was besser gefällt ;)
      Liebe Grüße :)

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  2. Hi Mareike,

    zäh, ja? Klingt fast als wäre es ein wenig emotionslos gewesen? Kann ich mir bei solchen Themen gar nicht vorstellen.

    Liebe Grüße
    Tina

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    1. Hey Tina :)
      Emotionslos ist ein gutes Wort dafür. Teilweise dann aber auch wieder komplett kontrolllose Emotion, irgendwie gäbe es kein wirkliches Gleichgewicht in meinen Augen...

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  3. Schade, ich finde das Cover sieht so besonders aus! Aber ich mag Bücher mit Längen auch nicht, deswegen werde ich wohl nicht dazu greifen.

    LG Mila <3

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    1. Ja, das Cover finde ich gerade durch seine Schlichtheit wirklich toll! Leider konnte es mich einfach wirklich nicht besonders fesseln... Ich hoffe einfach irgendwann mal ein Buch von ihm zu lesen, bei dem es mir nicht so geht...
      LG :)

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