Sammelrezension - Guten Morgen, Miss Happy und Wolkenkönigin


Guten Morgen, Miss Happy | Moritz Matthies | Rowohlt | HC | 256 Seiten | 12,00€ | ✼✼✼✼()

Klappentext
Ein Hund redet Klartext, ein Herrchen rauft sich die Haare. Die meisten Hundebesitzer glauben zu wissen, was ihr treuer Freund denkt. Walter, ein Familienvater Anfang 50, findet es heraus: Seine Hündin, Miss Happy, spricht mit ihm, jeden Morgen, unter vier Augen. Und sie hat nicht nur ihre ganz eigene Sicht auf die Welt, sondern auch immer gleich eine Meinung parat. Zu Diäten, Fake News, Hundehotels, Diktaturen, Selbstbaumöbeln, Versicherungsfragen oder der Rangordnung im Familienrudel ... 

Meine Meinung:
Ich kenne bisher nur ein paar der Bücher von Moritz Matthies, und zwar die ersten Teile seiner Erdmännchen-Kriminalromane. Ich kann mich noch zu gut daran erinnern, wie ich einmal mit meiner Mutter Auto fuhr, wir hörten eines der Hörbücher und konnten uns beide vor Lachen kaum halten. Ganz so urkomisch war Guten Morgen, Miss Happy nicht, aber nah dran. Hier geht es mehr um einzelne Aspekte unseres alltäglichen Lebens, die auf satirische Weise auf die Schippe genommen werden. Dabei übt Matthies hier durchaus einiges an Sozialkritik! 
Walter und Miss Happy sind wunderbare Protagonisten. Miss Happy hat als junge Hündin noch einen sehr unverfälschten Blick auf die Welt, dafür aber eine wirklich starke Meinung und Persönlichkeit und jede Menge Biss. Sie bedient über die Alexa-Sprachsteuerung den Fernseher, kauft sich die verschiedensten Filme und weiß über alles ein bisschen Bescheid. Sie ist charmant, weiß wie sie bekommt, was sie will und trotzdem kann man sie einfach nur lieben.
Walter, als Mann mittleren Alters, hat auch zu den meisten Themen eine Meinung und es ist unglaublich witzig, wenn diese beiden Welten, man könnte fast von einer Idealistin und einem Realisten sprechen, aufeinander treffen. Außerdem regt das ein oder andere Kapitel durchaus auch zum Nachdenken über das eigene Leben an. Ist es zum Beispiel wirklich das, was wir wollen, die Art, wie wir aktuell unser Leben führen? Da kommen schon geradezu philosophische Aspekte bei raus.
Fazit
Ein wirklich toller Lesespaß, ich sage nur Marc-Uwe Klings Känguru trifft Moritz Matthies'  Erdmännchen-Geschichten!

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Andere Meinungen zu diesem Buch
Bücherherz | Libramorum




Wolkenkönigin | Susanne Fischer | Rowohlt | TB | 224 Seiten | 12,99€ | ✼✼

Klappentext
"Was war mit Pechmarie?" Meine Stimme klingt komisch, hoch und dünn. Marc sieht mich an, als ob ich langsam von ihm wegreisen würde. Jede Zehntelsekunde einen Meter. Oder jede Tausendstelsekunde hundert Kilometer. Jedenfalls bin ich schon fast in Südamerika, als er endlich antwortet. Kann man sein Leben ändern, indem man sich spontan "Marie" nennt? Weil man keine Lust mehr hat auf diese Klapp-Leben, auf die ständigen Umzüge mit geistig abwesender Mutter und einem süßen, aber durchgeknallten Bruder, während Papa am anderen Ende der Stadt mit seiner neuen Familie auf Heil-Welt-mit-Eigenheim macht? Und was ist, wenn dieser neue Name eine finstere Vergangenheit besitzt, die jeder kennt, nur man selbst nicht?

Meine Meinung:
Es ist nun schon eine ganze Weil her, dass ich dieses Buch gelesen habe, denn auch, wenn ich ganz genau weiß, dass ich schon eine Rezension geschrieben habe, kann ich den Text nicht mehr finden (was ungünstigerweise gerade mit einigen Rezension passiert zu sein scheint). Aus diesem Grunde wird diese Rezension vermutlich leider nicht ganz so tief und analysierend, wie es die erste Fassung war, aber nun ja.
Ich muss leider sagen, dass mir Wolkenkönigin nicht wirklich gefallen hat. Fangen wir beim Schreibstil an, ich hatte immer wieder das Gefühl, dass die Autorin keine wirkliche Ahnung davon hat, wie Kinder und Jugendliche sprechen und denken. Da es aber fast ausschließlich Kinder und Jugendliche sind, die hier Handlungsträger sind, macht dieser Kritikpunkt einen großen Anteil meiner Bewertung aus. Der häufige Einsatz von Klischee-Jugendsprache ist etwas, das mich häufig in Büchern von älteren AutorInnen nervt, denn gefühlt ist es immer mehr ein Assi-Slang. 
Abgesehen vom mangelhaften Schreibstil, hielt leider auch die Geschichte nicht viel für mich bereit. Mit unsympathischen Charakteren und einer dürftigen Handlung, hatte dieses Buch einfach nicht viel für mich zu bieten. Das einzige, was für mich Identifikationscharakter hatte, war bis zu einem bestimmten Punkt die bestehende Vater-Tochter-Beziehung. Sie wirkte für mich v.a. in der ersten Buchhälfte ziemlich authentisch und glaubhaft.
Fazit
Leider konnte Wolkenkönigin mich nicht überzeugen. Es gibt einfach zu viel Unnötiges, das von der Handlung ablenkt und zu wenig Handlung, um Spannung oder dergleichen zu erzeugen.



Andere Meinungen zu diesem Buch
Kasimira | Schreiblust Leselust



Danke an den Rowohlt Verlag für diese Rezensionsexemplare.

Kommentare

  1. Aaaaaahhhh,

    das Buch mit dem Hund, dass dich an mich und Diego erinnert, oder?
    Ich glaube, ich verzichte in Zukunft weiterhin auf eine Alexa, nicht dass Diego nur Unsinn damit macht.

    Liebe Grüße
    Tina

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    1. Hihi, genau das :D Und ja, man kann nie sicher sein, was passiert :D

      Liebe Grüße :)
      Mareike

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  2. Auf den Hund gekommen. Sprechende Tiere als Protagonisten und Philosophen. Warum nicht. Macht zwar keinen Sinn. Aber Hunde tragen in der Werbung. Das ist bekannt. Ein schöner Blog. Muss man weiterempfehlen! Alles Gute!
    Thorsten J. Pattberg, Autor der Lehre vom Unterschied

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    1. Hallo Thorsten,
      danke für deinen Kommentar :)
      Nun, man kann es wohl als Metapher lesen zu Personen, von denen man nicht unbedingt eine Meinung zu all diesen Themen erwartet. Oder es einfach als Unterhaltungsroman nehmen, so oder so, mir hat es gefallen :)

      Viele Grüße,
      Mareike

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